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Tschernobyl-Initiative
in der Propstei Schöppenstedt e.V.


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Die Tschernobyl-Katastrophe

Allgemeine Informationen

Die Erde erinnert sich wohl auch noch an die gewaltigsten Ereignisse, die sich in ihrem Inneren, aber auch auf ihrer Oberfläche abspielten: Vereisungen, Vulkanausbrüche, Meteroiteneinschläge, sinflutartige Überschwemmungen... Einige dieser Geschehnisse, die die bewährte Lebensweise der menschlichen Gemeinschaft bzw. der Tierwelt zerstört und zur Tragödie auf größeren Terretorien führten, pflegt man als Katastrophen zu bezeichnen.

Auch die Folgen der Explosion im vierten Reaktorblock des Tschernobyl - Atomkraftwerkes, die sich am 26. April 1986 ereignete, zählt man dazu. Obwohl das Datum und der Ort der havarie in einem graphischen Rebus, der in einer sibirischen Zeitung veöffentlicht wurde, vorhergesagt wurde, kam Tschernobyl absolut unerwartet für uns. Ein fast zwei Kilometer hoher Wirbel aus Feuer und Schutt reckte sich über den Betonbauten des Atomkraftwerks in den Himmel empor. Die ganze Polessje-Niederung mit ihren aufblühenden Frühlingsgärten errötete im Feuerschein.

Um mit Robert Gale zu sprechen: Es ereignete sich etwas Schreckliches, das vielleicht nie wieder gutzumachen sein wird. Eine gewaltige Explosion riss das Dach über dem 4. Reaktorblock auf. Durch das im Korpus entstandene Loch wurden Beton- und Graphitstücke sowie Teile anderer Stoffe in die Luft geschleudert.(...)

Am ersten Tag blies der Wind die radioaktiven Gase, Staub und Rauch hoch und zog sie dann in Richtung Westen- nach Rowno und Wolyn. Doch in den oberen Atmosphäreschichten nahm der Luftstrom den Kurs auf das Baltikum und machte eine Kehrschleife über Europa. Die niedrigen Luftströme, gespickt mit Radioaktivität, streiften am 27. April das gesamte Homel-Gebiet und richteten sich weiter nach Moskau.

Der zerstörte Reaktorkern stand offen. Das radioaktive Material schoß in die Atmosphäre. Ein gewaltiger Feuerschlund tat sich auf wie ein Vulkankrater, der den Tod ausspuckte. Es war die Hölle. Es kochte und brodelte, sprudelte und wallte, tobte und heulte im Reaktor. Die Regierung zog Fachleute zu Rate (falls man überhaupt irgendjemanden als Fachmann in so einem Fall bezeichnen könnte) und beschloß, den Schlund des Reaktors durch wärmeabsobierende sowie Feuer und Schutt filternde Materialien zu verschließen. Aus diesem Grund wurden vom 27. Abril bis zum 10. Mai die Piloten der Luftwaffe eingesetzt, die unter Risiko für ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit mehrer hundert Flüge über dem Reaktorkern durchführten. Tausende und Abertausende Säche mit Sand, Lehm, Bor, Dolomit und auch Blei (dessen Gesamtgewicht über 2400 Tonnen betrug) wurden von Hubschraubern heruntergeschüttet, um den Reaktor zu kitten.

Aus:
Jakowenko, Wasil:Tschernobyl - 10 Jahre danach, Minsk 1996, ISBN 985-6010-07-01

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Letzte Aktualisierung am 2006-11-23, Anja Stadelmann. Kontaktadressen