Home
Home
Tschernobyl-Initiative
in der Propstei Schöppenstedt e.V.


de en fr ru

Wizebsk

Wappen
Einwohner: 1 402 000
Lage: Nahe der Russischen Grenze an der westlichen Dwina
Geschichte: vermutlich 947 von der Kiewer Fürstin Olga gegründet
um das 12 Jh. bedeutendes Handwerker- und Handelszentrum
seit 1320 von litauischen Großfürstentum regiert
im 16 Jh. mehrfach zerstört
1654- 1667 russisch besetzt
im 19 Jh. wichtiges Industriezentrum
Im zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, danach neu aufgebaut
Besonderheiten: Geburtsort Marc Chagalls
Internetlink: http://www.vitebsk.com/

Foto Wizebsk gilt seit alters als sehr christliche und gläubige Stadt. Diese verdeutlicht auch das Stadtwappen, das auch am ehemaligen Rathaus, das heute als Heimatmuseum dient, zu sehen. Dargestellt ist ein Abbild Jesus Christus über einem Schwert, was sich aus der geographische Lage der Stadt erklären läßt. Das Abbild Christi symbolisiert die Tatsache, daß Wizebsk früher als die anderen westlichen Regionen des Litowsker Fürstentums christianisiert wurde, das Schwert dagegen deutet auf die Bedeutung der Stadt in der Verteidigung der östlichen Grenze des Landes, an der es zahlreiche Grenzgefechte gegeben hat.

Foto Erst in den letzten Jahren wurde die aus dem 12. Jahrhundert stammende Mariä-Verkündigungs-Kirche wieder neuaufgebaut. Die Kirche war im 2. Weltkrieg stark zerstört, so daß die Sowjetmacht dieses zum Anlaß nahm, die Kirche im Jahre 1961 mit Panzern plattzuwalzen. Die wenigen Überreste wurden für den Wiederaufbau genutzt. Die in den 70er Jahren aus Holz gebaute Aleksandr-Newskij-Kirche sollte zunächst als Übergangslösung dienen, bis die Mariä-Verkündigungs-Kirche wiederaufgebaut ist. Aber mittlerweile werden beide Kirchen nebeneinander benutzt.

Foto An mehreren Stellen in der Stadt trifft man auf Kirchen, die entweder renoviert werden oder ganz neu wieder aufgebaut werden, weil sie zu sowjetischen Zeiten zweckentfremdet benutzt oder gar abgerissen wurden.
Aber nicht nur der russisch-orthodoxe und römisch-katholische Glauben sind in Weißrußland vertreten. Die deutschen Einwanderer, die verstärkt zu Zeiten Peters des Großen oder Katharina II ins Land kamen, brachten den lutherischen Glauben mit. Bis auf eine Kirche (in Hrodno, die während der Sowjetzeit als Archiv genutzt wurde) hat keine der lutherischen Kirchen den 2. Weltkrieg und die Sowjetzeit überstanden. Foto Erst in den letzen Jahren machen sich die lutherischen Kirchengemeinden stark, um ein eigenes Gotteshaus wieder aufzubauen. Hier in Wizebsk ist bereits der Altarstein als Grundstein gelegt worden. Aber überall fehlen die Gelder, um solch einen Bau zu vollenden. Auch die uniiert-orthodoxe Kirche will ihr Kirchengebäude an der Stelle, wo in früheren Zeiten ihr Gotteshaus stand, wieder aufbauen.

Foto Ein beliebtes Ausflugsziel an freien Tagen oder am Wochenende ist der Fluß, die westliche Dwina, die 300 km norföstlich von Wizebsk in Rußland entspringt und bei Riga in Lettland in die Ostsee mündet. An ihren Ufern wird vielerort geangelt oder gebadet.

Foto Einer der berühmtesten Einwohner von Wizebsk war der Maler Marc Chagall. Zu sowjetischen Zeiten war er ein totgeschwigener Mann, aber mittlerweile ist die Stadt stolz, Geburtsstadt eines so berühmten Mannes zu sein. Das Haus seiner Familie, heute ein Museum, wurde wieder so hergerichtet, wie es zu seinen Lebzeiten gewesen war. Geplant ist, den gesamten Straßenzug mit seinen Häusern wieder in dem mamaligen Stil aufzubauen.
Einige seiner Bilder und Zeichnungen (im wesentlichen alles Reproduktionen) sind in einem kleinen Kunstmuseum zu sehen.

Virtuelle Rundreise


Letzte Aktualisierung am 2006-11-21, Anja Stadelmann. Kontaktadressen