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Tschernobyl-Initiative
in der Propstei Schöppenstedt e.V.


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Fahrten: 1997  1998  1999  2000  2001  2002  2003  2004  2005  2006  2007  2008 

Kurzbericht des Weißrusslandaufenthaltes vom 19.- 25. Februar 2004

A) Partnerschaftskonferenz im Internationalen Bildungs- und Begegnungszentrum (IBB) / Minsk

Foto der Reisegruppe
Die Teilnehmer(innen) der Konferenz aus der Region Braunschweig mit ihren Partnern
Von Links: Paul Koch (Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V.), Hans Knopp (Berufsbildende Schulen Salzgitter Fredenberg), Elena Stakhavets und Viktoria Shljajeva (Berufsschule Nr. 52 in Minsk), Vjatscheslav Pleskatsch (weißrussische Blindengesellschaft), Olga Stockmann (lutherische Gemeinde Rettung in Minsk).

Presseerklärung

der Veranstalter der Partnerschaftskonferenz im März 2004 in Minsk

Brücken brauen für ein gemeinsames Europa

Das gemeinsame Haus Europa ist ohne Partnerschaft nicht vorstellbar. Um Grenzen zu überwinden, soziale und ökonomische Diskrepanzen abzubauen sowie den ökologischen Lebensraum zu bewahren, muss sich diese Partnerschaft auf unterschiedlichen Ebenen entwickeln. Gefragt ist dabei vorrangig die Kooperation zwischen unterschiedlichen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen und die Bildung von regionalen, nationalen und internationalen Netzwerken. Zentrale Bedeutung kommt auch den Kirchen zu, bei denen soziales Engagement einen integralen Bestandteil ihres Selbstverständnisses darstellt. Dies machten die Eröffnungsbeiträge von Metropolit Filaret und Bischoff Wollenweber deutlich.

Etwa 800 deutsch-belarussische Initiativen praktizieren bereits über 10 Jahre partnerschaftliche Zusammenarbeit, um gemeinsam einen Beitrag zur Minderung der Folgen von Tschernobyl, zur Bewältigung sozialer und ökologischer Probleme, zur Entwicklung von Bildungsangeboten oder zur Entwicklung alternativer Energieversorgung zu leisten. Über 400 ihrer Vertreter sind vom 19.-21. Februar 2004 zur Deutsch-belarussischen Partnerschaftskonferenz "Initiativen und Partnerschaften im gemeinsamen Haus Europa" in der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte (IBB) in Minsk zusammengekommen. Die Konferenz demonstrierte erneut, dass die Menschen in Deutschland keine internationale Isolation von Belarus wünschen, sondern das Land nach Europa integrieren wollen. Gleichzeitig führte sie die beträchtlichen Leistungen und das vorhandene Potential der Partnerschaftsinitiativen vor Augen, welche zur erfolgreichen, nachhaltigen, sozial ökonomischen Entwicklung von Belarus als einem Teil Europas beitragen. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland hat dies durch die Verabschiedung des Förderprogramms Belarus anerkannt.

Das Förderprogramm Belarus unterstützt nicht nur die Partnerschaft von deutschen und belarussischen NGOs. Sein besonderes Anliegen ist vielmehr, die Kontakte und die Zusammenarbeit von NGOs und staatlichen Stellen untereinander zu unterstützen. Ohne eine entsprechende Kooperation ist vor allem die Entwicklung des ländlichen Raums nicht vorstellbar. Dass der belarussische Staat prinzipiell an einer derartigen Partnerschaft interessiert ist, zeigt die Anerkennung, die der belarussische Außenminister Sergej Martynow dem Foerderprogramm Belarus bei der Eröffnung der Konferenz aussprach. Auch das zwischen dem belarussischen Staat, internationalen Organisationen und NGOs unterzeichnete CORE-Programm verfolgt den Ansatz der aktiven Einbeziehung der Bürger in die Gestaltung staatlicher Programme.

Die belarussisch-deutschen Partnerschaftsinitiativen verstehen diese Ansätze als Ermutigung für ihre gemeinsame Arbeit und die Suche nach neuen Wegen der Kooperation. Gleichzeitig sind sie überzeugt, dass die staatlichen Stellen sich verstärkt auf das Subsidiaritätsprinzip einlassen und die hierfür erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen müssen. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist die Verabschiedung eines Gemeinnützigkeitsrechts.

B) Im Anschluss an die Konferenz fuhren einige Teilnehmer direkt nach Hause andere besuchten Partner und Projekte.

Das Besuchsprogramm für Paul Koch und Hans Knopp:

Sonntag 22.02.

  • a) Besuch der Ev.-luth. Gemeinde Rettung in Minsk. Gemeindeleiterin Olga Stockmann berichtete vom Planungsstand des Kirchbaus der im März beginnt. Sie berichtete auch von dem neuen Altarkreuz, dass sie Ende Januar in Kassel erhalten hat.
  • b) Fahrt nach Nadeshda/Wilejka. Besichtigung des dortigen Kinderzentrums. Gespräch mit dem Leiter der Zentrums Vjatscheslav Makuschinski. Besprechung der Handwerkereinsätze im Juni und August Planung eines Projektes mit deutschen und weißrussischen Berufsschülern in Nadeshda im Jahre 2005.

Montag 23.02.
Fahrt nach Podjelniki/Usda. Besichtigung des dortigen Freizeitheim/Sanatorium der weißrussischen Blindengesellschaft. Besprechung mit dem Vorsitzenden der weißrussischen Blindengesellschaft Oleg Schepel und Vjatscheslav Pleskatsch über die humanitäre Hilfe der Tschernobyl-Initiative für das Sanatorium, sowie der zurückliegenden und des diesjährigen Arbeitseinsatzes deutscher Handwerker. Hier wurden auch die Erholungsaufenthalte weißrussischer Kinder in Gr. Denkte und in Podjelniki besprochen, die von der Tschernobyl-Initiative durchgeführt bzw. unterstützt werden. Ein weiterer Punkt der Gespräche war der geplante Besuch der weißrussischen Delegation anlässlich 10 Jahre Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V. im April.

Dienstag 24.02.

  • a) Besuch der Freundschaftsgesellschaft Minsk. Vorsitzende Irina Ivanova berichtete vom Kulturaustausch und der Anbahnung von Städtepartnerschaften in 48 Ländern rund um den Globus. Sie hofft auf weitere Zusammenarbeit mit Deutschland und würde sich auch über das Interesse aus der Region Braunschweig/Wolfenbüttel/Schöppenstedt freuen.
  • b) Besuch bei der deutschen Botschaft in Minsk. Mitarbeiterin Veronika Hampel bat um Unterstützung / Vermittlung bei der Einladung einer weißrussischen Wissenschaftlerin die für ein geplantes Buch in deutschen Archiven forschen möchte und für die Renovierung einer orthodoxen Holzkirche im Minsker Gebiet, was von der Gemeinde nicht alleine geleistet werden kann.
  • c) Besuch der Mittelschule 37 in Minsk. Der Kontakt geht auf deutsch-weißrussischen Lehreraustausch in den Jahren 1999-2002 zurück. Die Rektorin Svetlana Lukscha zeigt stolz die positiven Veränderungen in der Schule. Die Hoffnung auf weitere Treffen und Kontakte wurde ausgesprochen. In der Aula wartete ein buntes Programm von Musik, Tanz und Vorführungen auf uns - der größte Teil in deutscher Sprache!
  • d) Besuch der Berufsschule Nr. 52 in Minsk. Die Besichtigung der Berufsschule mit einer einführenden Power-Point-Präsentation machte deutlich, dass sich auch hier in den letzten Jahren viel verändert hat. Ein motiviertes Lehrerkollegium und ein neuer Direktor sorgen für viel Optimismus. Hier wurde ebenfalls die Berufsschülerbegegnung 2005 in Nadeshda besprochen. 2006 soll es dann zum Gegenbesuch in der Berufsbildenden Schule Salzgitter Fredenberg kommen.

Mittwoch 25.02.
Rückreise

Paul Koch
E-mail:tschernobyl-initiative.schoepp@onlinehome.de

Verein

Vereinsstruktur Tätigkeiten Spenden und Hilfe

Letzte Aktualisierung am 2006-11-11, Kai Boever. Kontaktadressen