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Tschernobyl-Initiative
in der Propstei Schöppenstedt e.V.


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Nachrichten

von der Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt

Ausgabe 1 / Januar 2008, Nr. 12

Mittelungsblatt für Mitglieder und Freunde des Vereins

2008
Ein neues Jahr - Rückblick und neue Herausforderungen

Das neue Jahr hat grad begonnen, die ersten Vorsätze sind zerronnen. Was soll's. Es gibt jetzt kein Zurück. Zum Neuen viel Erfolg und Glück!
Unbekannter Autor

Das neue Jahr hat grad begonnen, und schon gibt es neue Planungen, neue Termine, neue Kon-zepte. Vielleicht sind in der Tat bis zur Erscheinung dieser Nachrichten im neuen Jahr schon die ersten Vorsätze zerronnen. Aber, es gibt jetzt kein Zurück und wir wünschen unseren Mitgliedern und Freunden im "Neuen Jahr" viel Erfolg und Glück!

Bevor wir (auf den nächsten Seiten) nach vorne sehen, doch erst noch einmal ein Blick zurück ins Jahr 2007: Das Thema Atomenergie hat uns im letzten Jahr mit Höhen und Tiefen erwischt. Der Unfall im Atomkraftwerk Krümmel der Firma Vatenfall machte deutlich, dass auch die deutschen Atomanlagen keineswegs risikolos sind. Der Klimabericht der UNO hat die Diskussion um den Klimawandel (ohne wirklich neue Informationen) in das Bewusstsein der Weltbevölkerung gebracht. In den Wettstreit der CO² - Verminderung hat sich auch die Energiewirtschaft aktiv in die Diskussion eingeschaltet und mit ehrgeizigen Zielen auf sich aufmerksam gemacht - allerdings, könnten diese ehrgeizigen Ziele nicht ohne Atomenergie erreicht werden - so die Energiewirtschaft. Die Energiewirtschaft tut so, als ob die Atomenergie der Klimaretter wäre. Da aber der Atomenergie immer noch der Makel mit den Neben- und Langzeitwirkungen anhängt, wurde im Magazin "Spiegel" eine ungeheure Verharmlosungskampagne gestartet. Unter der Überschrift "Legenden vom bösen Atom" wurden Zahlen veröffentlicht, die einen sprachlos werden lassen. Längst sind die Zahlen von den 47 Toten Feuerwehrleuten und den 9 Kindern, die an den Folgen des Tschernobyl-Unfalles an Schilddrüsenkrebs gestorben sind, auch von der IAEO (Internationale Atomenergiebehörde) korrigiert, wenn auch immer noch weit entfernt von den realistischen Zahlen - aber in dem Spiegel-Artikel vom 19.11.2007 werden die ganz alten und ganz falschen Zahlen der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Organisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung) widersprach am 26. November 2007 dem SPIEGEL-Artikel vehement. Auch wir haben einen Leserbrief geschrieben, der im Wolfenbütteler Schaufenster abgedruckt wurde und auf unserer Homepage nachzulesen ist. Die Leserbriefe in der darauf folgenden Spiegelausgabe waren dann auch voll Kritik, bis auf einen, der die Informationen so glauben wollte, wie sie abgedruckt waren.

Zu guter Letzt stellte am 9.12.2007 die Ulmer IPPNW-Regionalgruppe eine neue Langzeit-Studie vor, demnach in AKW-Umgebung 60% erhöhte Krebsrate und 120% erhöhtes Leukämierisiko für Kinder vorliegt.

Atomenergie ist und bleibt eine risikoreiche Energiequelle, das wissen alle, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen und sich z.B. um die Linderung der Tschernobyl-Folgen bemühen!

Gerade bei der Atomenergie darf man nicht nach dem Motto "Nach mir die Sintflut" verfahren. Die Frage ist doch, was wir nach unserem Wissensstand verantworten können und welche Welt wir unseren Kindern und Enkelkindern übergeben.

Paul Koch (Vorsitzender), Irene Koch (Geschäftsführerin)

2008

Für das erste halbe Jahr 2008 stehen folgende Veranstaltungen auf dem Programm:

  • Vorbereitung Kindererholung/ Gastfamilientreffen 16.01.2008
  • Hilfstransport/Kleiderkammer
  • Radiometrist zu Besuch
  • Jahreshauptversammlung
  • Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe
  • Kindererholung

Die Vorbereitung zur Kindererholung 2008 ist schon im vollen Gange. Viele Programmpunkte sind zusammengetragen (und im Internet nachzulesen), ein Teil der benötigten Gelder ist bereits angesammelt und ein Grossteil der Gastfamilien haben sich bereits zur Verfügung gestellt. Von 15 Familien fehlen noch knapp 1/3.

Am 16.01.2008 um 19.00 Uhr wird ein erstes Gastfamilientreffen zur Vorbereitung der Kindererholung 2008 im Gemeindehaus stattfinden. Hier können sich auch noch Unentschlossene einfinden und sich informieren.

Was den nächsten Hilfstransport angeht, so können wir mitteilen, dass die Kleiderkammer schon seit einiger Zeit Waren für mehr als eine LKW-Ladung bereithält. Wenn das Geld für den nächsten Transport zusammen ist, können wir anfangen, den Hilfstransport zu planen. Die Kleiderkammer kann im März nur geöffnet werden, wenn wir vorher einen Hilfstransport auf den Weg nach Belarus schicken konnten. Voraus-sichtlich werden wir dann auch nur bis Ende Mai Sachspenden annehmen können.

Vom 27. bis 29. Februar wird der Radiometrist Adam Romanchuk aus Belarus bei uns zu Gast sein. Er leitet in Djatlawitchi eine Lebensmittel - Messstelle und will hier bei uns (vor allem in Schulen) über seine Arbeit berichten. Am 28.2. wird er aber auch allen Interessierten zur Verfügung stehen:

28. Februar, 19.00 Uhr im Gemeindehaus Schöppenstedt. Vortrag über die Arbeit mit den Lebensmittel-Messstellen in Belarus.

Am 4. März 19.00 Uhr wird in Schöppenstedt unsere Jahreshauptversammlung stattfinden. Neben Jahresberichten stehen wieder (turnusgemäß) Vorstandswahlen und die Wahl eines Kassenprüfers/Kassenprüferin an.

Eine Veranstaltung zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe ist noch nicht fest terminiert - der Termin wird aber rechtzeitig mitgeteilt.

Vom 2.-29. Juni wird die Kindererholung im Freizeit- und Bildungszentrum Asse in Groß Denkte (Falkenheim) und in Familien stattfinden.

Im Zusammenhang mit der Kindererholung kommen ganz unterschiedliche Aspekte zum Tragen. Zu allererst der finanzielle Aspekt, weil mit den nötigen Finanzen die Maßnahme überhaupt erst durchgeführt werden kann.

Der nächste wichtige Punkt ist dann die Unterbringung von je zwei Kindern in einer Gastfamilie (bereits weiter oben erwähnt).

Das Programm ist schon gut gefüllt und die Kinder können sich bei einem abwechslungsreichen Programm im Freizeit- und Bildungszentrum Asse (Falkenheim) und in den Familien sicher wieder gut erholen. Das Konzept sieht vor, dass sich die Kinder in der ersten Woche vor allem in ihrer neuen Umgebung orientieren und ihre Wochenendgastfamilien kennen lernen. Danach sind auch Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung geplant.

Die Kindererholung soll in diesem Jahr verstärkt auch zur Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. So sind wieder für die Sonntagabende "Abende der Begegnung" vorgesehen, zu denen alle Interessierten eingeladen sind. Aber auch andere Veranstaltungen, teilweise für spezielle Zielgruppen, werden in dieser Zeit im Falkenheim stattfinden. Die Abschlussveranstaltung wird am 28. Juni ab 17.00 Uhr in der Eulenspiegelhalle für alle an der Kindererholung aktiv Beteiligten (Gastfamilien, Gastgeber, Sponsoren, Helfer und Mitarbeiter) stattfinden. Zur Unterhaltung wird eine Abordnung des Akkordeonorchesters Gronau beitragen. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist aus organisatorischen Gründen erforderlich. Im Folgenden werden die einzelnen Aspekte etwas genauer beleuchtet.

Finanzen:

Die Kosten dieser vierwöchigen Erholungsmaßnahme belaufen sich für die Gruppe von 30 Kindern und Betreuern mit An- und Abreise, Verpflegung und Unterbringung im Falkenheim, Ausflüge und Programmpunkte vor Ort auf ca. 27.000,00 Eur.

Wir erhoffen uns an Zuschüssen von Landkreis und Landeskirche insgesamt ca. 8.000,00 Eur, so verbleiben 19.000,- Eur, die wir mit Spendengeldern begleichen müssen. Viele zweckgebundene Spenden sind bereits eingegangen und so hoffen wir, dass mit weiteren Spenden bis zum Abschluss der Maßnahme auch alle Rechnungen beglichen werden können. Eine neue Idee zur Finanzierung ist der Reisebaustein, der bei uns erhältlich ist oder auch wieder bei ebay zu ersteigern ist.

Der Reisebaustein kann ab 10,- Eur (zu unterschiedlichen Summen) bei uns bestellt werden. Auf Wunsch kann anstatt einer Nummer auch ein Name eingebracht werden. Das Foto Mitte/unten könnte auch gegen ein anderes (evtl. persönliches) Foto ausgetauscht werden. Ein erster Durchgang der ebay-Internet-Aktion erbrachte 20,50 Eur. Dieser Reisebaustein wurde von unserem Mitglied Jörg Grünewald ersteigert. Evtl. werden wir ab und an wieder einen Reisebaustein über ebay anbieten. Wir sind natürlich dankbar auch für jede andere Spende. Bei Banküberweisungen bitte die Adresse mit ins Feld "Verwendungsnachweis" eintragen, sonst bekommen wir von der Bank nur den Namen mitgeteilt.

Gastfamilien:

Beim Gastfamilien-Informationsabend am 16. Januar um 19.00 Uhr im Schöppenstedter Gemeindehaus gibt es einen Rückblick auf die Kindererholung 2006. Außerdem werden alle wichtigen Punkte im Zusammenhang mit dem Wochenendaufenthalt in Familien besprochen. Soviel schon vorab: Die Kinder kommen je zu zweit in eine Familie und sollen möglichst an allen 4 Wochenenden in derselben Familie sein. Die Kinder sollen hier deutsche Gewohnheiten und das (Familien-) Leben kennen lernen.

Am Donnerstag, den 5. Juni wird um 16.00 Uhr im Falkenheim ein Kennenlern-Nachmittag für die Gastfamilien stattfinden. An den Abenden zuvor wird es vielleicht auch wieder einen Mini-Russisch-Kurs geben. Eine Dolmetscherin begleitet die Gruppe.

Öffentliche Veranstaltungen im Falkenheim:

08.06. 19.00 Uhr: Abend der Begegnung / Deutscher Abend
13.06. 19.00 Uhr: Gemeinsamer Abend mit der Kolpingsfamilie bei Lagerfeuer und Stockbrot
15.06. 19.00 Uhr: Abend der Begegnung / Russischer Abend
18.06. 10.00 - 16.00 Uhr:Asse-Tag für Ruheständler und Interessierte.(Vom Falkenheim ausgehend werden unterschiedliche Asse-Stationen besucht.)
22.06. 19.00 Uhr: Abend der Begegnung / Internationaler Abend
24.06. 11.00 Uhr: Informationsveranstaltung mit Botschafter Wladimir Skworzov (angefragt) "Belarus nach Tschernobyl"
25.06. 19.30 Uhr: Männerstammtisch (Schöppenstedt, Wittmar und Andere/ Interessierte). Thema: Aktuelles aus Belarus (Belarus nach Tschernobyl)

Lageplan:

Das Freizeit- und Bildungszentrum Asse (Falkenheim) liegt an der Landstraße zwischen Groß Denkte und Mönchevahlberg (Richtung Schöppenstedt). Etwa 1 km außerhalb von Groß Denkte in Richtung Schöppenstedt ist der Abzweig mit Hinweis zum FBZ. Den Weg am Parkplatz vorbei (Durchfahrt verboten / Anlieger frei) bis zum Falkenheim.

Gemischte Informationen:

Eine der letzten Spenden im Jahr 2007 für die Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppen-stedt war die Spende vom Bastelkreis Ampleben. 200,00 Eur überreichte Irene Wischnewski (rechts) an Christiane Seekamp (Kassenführerin) und Paul Koch (Vorsitzender).
Schon seit vielen Jahren denkt der Bastelkreis Ampleben an die Tschernobyl-Initiative mit einer Spende zum Jahresende.

Neuerscheinung:

"Wohin sollen wir gehen" - Der Weg der Christen durch die sowjetische Religionsver-folgung. Russische Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts in ökumenischer Perspektive, von Hans-Christian Diedrich.
572 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen. Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-87513-160-4, 35,00 Eur (Auch als Ausgabe "Leinen gebunden" erhältlich.) weitere Informationen über das Buch über http://www.martin-luther-bund.de oder direkt: http://www.mlb-zentrale.de/pages/show1.php?id=ft2007-12-12-1116.

Hinweis:

Bereits 2001 wurde das Büchlein "Unser Traum, zur Einheit zu gelangen" - Der Protestantismus (Luthertum und Calvinismus) im heutigen Weißrussland, vom selben Autor herausgegeben.
Zu beziehen über die Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppen-stedt e.V. oder auch als PDF-Verson über unsere Homepage.

Ökostrom: Zeit zum Wechseln

In Deutschland lehnt eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Atomkraft ab. Dies nicht erst seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986. Trotzdem werden über 98 % der Haushalte von Stromanbietern versorgt, die Atomkraftwerke betreiben und für die nächsten Jahre neue planen. Fakt ist, dass seit der Liberalisierung des Strommarktes lediglich ca. 1,4 % der Haushalte zu einem Ökostromanbieter gewechselt haben, der seinen Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind-, Wasserkraft oder Sonnenenergie erzeugt. Hier setzt die Kampagne Energy - Switch an, die ihr Konzept u.a. auch mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk abgestimmt hat. Siehe unter: http://www.ibb-d.de.
Über das Internet finden Sie aber auch noch weitere Ökostrom-Anbieter.

***

Zum Schluss die traurige Mitteilung, dass in den Monaten September und November zwei unserer aktiven Mitglieder verstorben sind. Volker Möbus hat in der relativ kurzen Zeit seiner Mitgliedschaft immer wieder Sach- und Geldspenden für uns organisiert. Gerhard Kiy war schon sehr lange Mitglied in unserem Verein und zusammen mit seiner Frau Brunhild war er auch Gastgeber für Tschernobyl-Kinder.

Im letzten ¼ Jahr des Jahres 2007 verstarben überraschend zwei unser Mitglieder
Volker Möbus
und
Gerhard Kiy
Wir denken an die Angehörigen und werden unseren verstorbenen Mitgliedern ein ehrendes Gedenken erhalten.

Verein

Vereinsstruktur Tätigkeiten Spenden und Hilfe

Letzte Aktualisierung am 2008-01-06, Anja Stadelmann. Kontaktadressen