Home
Home
Tschernobyl-Initiative
in der Propstei Schöppenstedt e.V.


de en fr ru
Berichte: 1994  1995  1996  1997  1998  1999  2000  2001  2002  2003  2004  2005  2006  2007  2008  2009 

Tätigkeitsbericht 2003

Kurzbericht

1a) Gesamtüberblick Im 10. Jahr des Vereins gibt es viele Dinge zu berichten. Man kann sagen, dass sich seit der Gründung des Vereins die Tschernobyl-Hilfe in fast allen Bereichen langsam aber kontinuierlich gesteigert hat. Die Mitgliederzahl ist jetzt bei 220 Personen. 6-8 Hilfstransporte werden jährlich nach Weißrussland geschickt. Die Zahl der Dokumentationen ist gestiegen (allein im Jahr 2003 haben wir zwei Bücher der öffentlichkeit präsentiert ("Wunden heilen langsam.." von Dr. Dietrich Wegner und "Unser Traum zur Einheit zu gelangen" von Dr. Christian Diedrich). Der Internetauftritt ist umfangreicher und mehrsprachig geworden (sogar chinesisch ist dabei). Darüber hinaus hat das Jahr 2003 einige einmalige oder erstmalige Aktionen mit sich gebracht.

Erstmalig war Vjatscheslav Pleskatsch als Referent bei uns. Im Rahmen einer Arbeitstagung der Männerarbeit und Frauenhilfe der Landeskirche hielt er in Goslar/Haus Hessenkopf einen Vortrag über Podjelniki, dem Freizeit- und Erholungsheim weißrussischen Blindengesellschaft. Die Gesamtveranstaltung hatte das Thema "Nadeshda heißt Hoffnung" und beschäftigte sich mit Einrichtungen in Weißrussland. Weitere Referenten waren: Aleksander Levanovitsch (weißrussische Botschaft in Berlin), Thema "Weißrussland"; Dr. Astrid Sahm (Offenbach; Vorsitzende der Teilhaberversammlung des Kinderzentrums in Nadeshda), Thema: "Das Kinderzentrum Nadeshda"; Pfarrer i.R. Dr. Christian Diedrich (Berlin-Brandenburg), Thema: "Die lutherische Kirche in Weißrussland. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch im Haus Hessenkopf die Ausstellung von Dr. Dieterich Wegner "Wunden heilen langsam...." in Beisein von Botschafter Wladimir Skworzow eröffnet, die im November 2002 erstmalig in Wolfenbüttel / Kirchencampus gezeigt wurde. Inzwischen ist auch das Buch zur Ausstellung (gedruckt in Weißrussland) erschienen. Am 21. Mai wurde es in der Lessing-Realschule (UNESCO-Projekt Schule) Wolfenbüttel während einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit präsentiert. Die Schüler (unter Anleitung von Bettina Luis) stellte die 4 Kapitel auf beeindruckende Weise vor. Mit dabei waren u.a. der weißrussische Botschafter Wladimir Skworzow, Karin Schulz in Vertretung von Landrat Drake, Hauptgeschäftsführer Martin Rosowski von der Männerarbeit der EKD und Landesmännerpfarrer Maic Zielke. Die weißrussische Botschaft unterstützte uns wiederum beim Transport der Bücher von Weißrussland nach Deutschland.

Mit Tabaluga haben die "Pfefferkörner" aus Destedt im Rahmen von "Kinder helfen Kindern" ein einmalig schönes Musical im März 2003 mehrmals in der Eulenspiegelhalle aufgeführten und insgesamt einen Erlös von 3.000,- € eingespielt. Lena Jeschke (Choreographie) und Karin Jeschke (Chorleiterin) haben in vielen Übungsstunden dieses Musical mit den Kindern bis zur Perfektion einstudiertenund viele Zuschauer begeistert.

Begeistert war auch Manfred Kramer, der einige Szenen des Musicals fotografierte und die Fotos dann dem in Deutschland lebenden, russischen Maler Igor Rutter vorlegte und ihn bat, nach diesen Vorlagen ein Bild zu Gunsten der Tschernobyl-Initiative zu malen (Mehr). Damit das Bild auch etwas einbringt haben die Initiatoren das Bild inzwischen von Peter Maffay signieren lassen. Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) Schöppenstedt hat aus Mitteln des Prämienspar-Zweckertrages für dieses Bild 5.000,- € bereit gestellt. Diese Summe wurde zweckgebunden für die diesjährige Erholung strahlengeschädigter Kinder in der Asse übergeben.

Erstmalig waren wir als Tschernobyl-Initiative mit Vjatscheslav Pleskatsch bei der deutsch-weißrussisch-ukrainischen Partnerschaftskonferenz in Brühl/Bonn dabei. Organisiert wird diese Konferenz vom Internationalen Bildungs- und Begegnungszentrum (IBB) in Dortmund. Zur Konferenz kamen auch Olga Myshkouskaya und Sergej Asiyuk aus Nadeshda. Dieser Besuch fiel auch in die Zeit unserer Jahreshauptversammlung. So hörten wir von Vjatscheslav Pleskatsch und Olga Myshkouskaya ein Grußwort, dass von Olga Krishewitsch übersetzt wurde.

Erstmalig fand in 2003 ein ökumenischer Kirchentag statt. In Kooperation mit der Stiftung des Landes Niedersachsen "Kinder von Tschernobyl" waren wir in Berlin auf dem Markt der Möglichkeiten u.a. mit der Ausstellung von Dieter Wegner "Wunden heilen langsam...." Zu dem Vortrag von Prof. Dr. med. Heyo Eckel, Präsident der ärztekammer Niedersachsen und Vorsitzender der Landesstiftung Kinder von Tschernobyl kam auch ein Vertreter der ukrainischen Botschaft und von der weißrussischen Botschaft Herr Levanovitsch und Herr Chichik an unseren Stand.

Nach bislang 10-tägigen Begegnungsfahrten dauerte unsere Rundreise im Sommer erstmalig 14 Tage. Dabei fuhren wir mit den Zug bis Brest. Von hier aus ging es mit einem Reisebus der weißrussischen Blindengesellschaft quer durch Belarus. Mit einer Gruppe von 10 Personen bereisten wir Brest, Podjelniki, Minsk, Chatyn, Nadeshda, Witebsk, Polozk, Jeseritsche und den Belaweschkaja Puscha, den weißrussischen Urwald.

Zum zweiten mal fand nun auch in Podjelniki ein Arbeitseinsatz statt. Alex Schlißke kümmert sich hier wie in Nadeshda um die Reparatur von Fahrrädern. Michael Schäfer und Johann Janicki organisierten in Deutschland eine Telefonanlage, die sie dann in Podjelniki einbauten.

Die gute Zusammenarbeit mit der weißrussischen Botschaft in Berlin führte zu eine ebenfalls erstmaligen Kooperation. Die Botschaft erhielt von einer Pharmafirma eine Medikamentenspende im Wert von 52.000,- . Diese Medikamente wurden mit unserem Hilfstransport im November nach Minsk transportiert, wo sie von weißrussischen Gesundheitsministerium in Empfang genommen und verteilt wurden.

Der überraschende Tod von Dr. Dr. Horst Wohlfahrt am 31. März 2003 ist für unseren Verein ein großer Verlust. Die Bereiche "Medizinische Beratung" und die "Aufklärungsarbeit über die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe" hatte er mit Hingabe abgedeckt. Die medizinische Arbeit kann jetzt im Vergleich zu vorher nur noch eingeschränkt durchgeführt werden. Die von ihm noch nicht ganz fertiggestellten Dokumentationen "Belarus nach Tschernobyl" können nur mit Mühe herausgegeben werden. Wir hoffen, diese, wenn auch in eingeschränkter Form, im Jahre 2004 zu veröffentlichen.

Der erste Erfolg der Briefmarkensammelaktion hat sich eingestellt. Nachdem der Initiator dieser Aktion sich in Luft aufgelöst hat, haben wir neue Ansprechpartner/ sprich Abnehmer von Briefmarken gefunden. Für 1 kg Briefmarken (dafür muß man lange sammeln) gibt es 10,00 €. Wir haben 2,4 kg Briefmarken abgeliefert und 24,00 " erhalten. Das ist nicht viel - aber man freut sich. Zumal wir Briefmarkenspender aus Kanada und England haben. Manchmal bekommen wir auch anonym einen Briefumschlag voller Briefmarken zugeschickt. Das schöne bei dieser Aktion ist, dass es nichts kostet aus darauf zu achten, dass keine Briefmarke weggeschmissen wird. Dabei zählt auch die ganz normale 55 Cent-Marke. Früher sagte man: Wer den Pfennig nicht ehrt ist des Talers nicht wert. Ich glaube das gilt auch für den Euro!

Paul Koch
tschernobyl-initiative.schoepp@onlinehome.de

Verein

Vereinsstruktur Tätigkeiten Spenden und Hilfe

Letzte Aktualisierung am 2006-11-10, Kai Boever. Kontaktadressen